Wir fordern Durchschnittsabschlüsse während der Corona-Pandemie

Die Grüne Jugend Bremen fordert Durchschnittsabschlüsse für alle, die im Jahr 2021, 2022 und allen weiteren Jahren, die von der Corona-Pandemie betroffen sein werden, einen Schulabschluss machen. Stattdessen sollen sich die Abschlussnoten aus den vorher erbrachten Leistungen zusammensetzen.

Stina Reichardt, Sprecherin der Grünen Jugend Bremen und Schülerin des aktuellen Abiturjahrgangs erläutert: “Durch inzwischen zwei Lockdowns innerhalb von nicht einmal 12 Monaten ist der Präsenzunterricht einige Zeit massiv eingeschränkt oder sogar komplett verboten gewesen. Hinzu kommt, dass es durch Quarantänephasen der Lehrkräfte und/oder Schüler:innen ebenfalls zu Unterrichtsausfall kam. Somit hängen die Schüler:innen im Lernstoff hinterher. Digitaler Unterricht kann nur bedingt eine Lösung sein, da dabei die Konzentration schneller nachlässt und 1,5 Stunden am Stück Unterricht nicht mehr so leicht durchführbar sind. Hinzu kommt, dass sich Stoffvermittlung im Fernunterricht schwieriger gestalten lässt, da unter anderem ein Unterrichtsgespräch zwischen Schüler:innen und Lehrkraft oder unter den Schüler:innen nicht so einfach zu Stande kommt wie in Präsenz.
Weiterhin findet der Fernunterricht an verschiedenen Schulen und sogar in verschiedenen Lerngruppen in massiv unterschiedlichem Maß statt. Dadurch ist eine Vergleichbarkeit zwischen den Schüler:innen durch eine zentral gestellte Abschlussprüfung unmöglich zu wahren.”

Franziska Tell, ebenfalls Sprecherin der Grünen Jugend Bremen ergänzt: “Das Internet ist oft nicht nur in den Schulen, sondern auch bei den Schüler:innen zu Hause nicht leistungsfähig genug, um eine sichere Verbindung während des Unterrichtes zu gewährleisten. Das erschwert den Distanzunterricht zusätzlich. Außerdem ist die familiäre Situation ein wichtiger Faktor für die Prüfungsvorbereitung. Oft sind keine geeigneten Rückzugsorte vorhanden, an denen für eine angemessene Zeit ungestört gelernt werden kann. Oft teilen sich Schüler:innen ein Zimmer mit Geschwistern und müssen teilweise auch auf diese aufpassen, da selbige ebenfalls zu Hause betreut werden müssen. In einigen Fällen können auch Eltern ihre Kinder nicht beim Lernen unterstützen, da sie entweder auf Geschwister aufpassen, selber arbeiten oder nicht mehr genug Kenntnisse über den zu lernenden Stoff haben. Dies könnte in anderen Zeiten durch Lerngruppen der Schüler:innen kompensiert werden, doch die müssen aus Infektionsschutzgründen wegfallen.”

Auch aus Infektionsschutzgründen lehnt die Grüne Jugend Bremen Abschlussprüfungen in diesem Jahr ab. Sowohl in den Prüfungen, als auch in den dafür notwendigen Präsenzunterrichtszeiten und auf den Wegen zur Schule im öffentlichen Nahverkehr kann ein Infektionsschutz nicht immer gewährleistet werden. Dadurch werden Abschlussschüler:innen und ihre Angehörigen einem vermeidbaren Risiko ausgesetzt. 
Durch eine Streichung der Abschlussprüfungen werden die Schüler*innen psychisch entlastet und sie können sich mit den Lehrkräften auf die Qualität des Lernstoffes statt auf dessen Quantität fokussieren. So können sie sich auch besser auf noch bestehenden Unterricht und zu schreibende Klausuren konzentrieren und erhalten insgesamt mehr Bildung. 

Deshalb fordert die Grüne Jugend Bremen Durchschnittsabschlüsse für alle Jahrgänge, die 2021, 2022 und in allen weiteren Jahren, die von der Corona-Pandemie betroffen sein werden, einen Schulabschluss machen. Vergleichbare Prüfungen sind in dieser Zeit nicht zu gewährleisten und das gesundheitliche Risiko für Schüler:innen und Lehrkräfte kann durch diesen Weg vermieden werden.