Beschlossen von der Landesmitgliederversammlugn am 04. Juli 2021.

Noch immer werden im Land Bremen jeden Tag Flächen versiegelt – durch den Bau von Häusern, von Gewerbeflächen, von Verkehrswegen. Das ist insbesondere für die Artenvielfalt in unseren Städten ein großes Problem: Jede Naturfläche, die verschwindet, nimmt Tieren und Pflanzen Platz zum Leben. Aber nicht nur für Tiere und Pflanzen sind diese Naturflächen von großer Bedeutung, sondern auch für uns Menschen. In Zeiten der Klimakrise stehen uns hohe Temperaturen und Starkregenereignisse bevor. Gesunde Grünflächen sind das beste Mittel, diese Effekte abzumildern: Flächen mit hohem Pflanzenbewuchs statt nacktem Boden oder kurz gemähtem Gras heizen sich deutlich weniger auf, und schattenspendende Bäume minimieren den aufheizenden Effekt schwarzer Straßen signifikant. Gleichzeitig kann jede Grünfläche Wasserabfluss gewährleisten, was versiegelte Flächen nicht tun, und sie können uns so vor Überschwemmungen schützen.

Zusätzlich sind Grünflächen ein wichtiger Baustein zur Schaffung von
Lebensqualität in unseren Städten: Sie können als Kulturräume und Begegnugszonen sowie Orte für Spielgeräte, Urban Gardening und vieles mehr dienen. Diese Lebensqualität gilt es für die Städte Bremen und Bremerhaven zu bewahren beziehungsweise zu schaffen und zu erweitern.

Um in der Stadt Grünflächen zu bewahren und zu schaffen, braucht es konsequente Regeln. Darum fordern wir eine deutliche Reduzierung von Flächenversiegelungen in Bremen – anstatt neue Flächen zu versiegeln muss verstärkt auf Umwidmung gesetzt werden, um beispielsweise nicht mehr genutzte Gewerbeflächen in dringend benötigten Wohnraum umzuwidmen. Weiterhin ist der Bau in die Höhe ein Weg, um ohne weitere Versiegelung neuen Wohnraum zu schaffen.

Zusätzlich müssen bereits versiegelte Flächen wieder entsiegelt und der Natur zur Verfügung gestellt werden. Dafür fordern wir den Rückbau von Parkplätzen, welcher mit dem Ziel der Reduzierung von Autos in Bremen einhergeht. An diesen Flächen braucht es die Ansiedlung von klimaangepassten, insektenfreundlichen Pflanzen, die Lebensraum für Artenvielfalt bieten.

Neben der Schaffung von Grünflächen am Boden sind auch begrünte Fassaden, bepflanzte Balkone und begrünte Dächer ein wichtiger Baustein von städtischem Klimaschutz sowie der Anpassung von Städten an die uns bevorstehenden Klimaveränderungen. All diese Bepflanzungen binden CO2, wirken luftreinigend, halten Regenwasser in die Kanalisation zurück, vergrößern die biologische Vielfalt von Pflanzen und können die Aufheizung der Stadtluft verringern. Die Erdschicht und die Pflanzen von Dachbegrünung wirken auch für die Gebäude als lebendige Dämmung, wodurch die Innentemperatur ganzjährig angenehmer ist – kühler im Sommer und wärmer im Winter.

Um Bremen und Bremerhaven in attraktive, grüne Städte zu verwandeln, die an die klimatischen Bedingungen angepasst sind und sich positiv auf das Klima auswirken, fordern wir:

Nur durch konsequenten Stopp von Flächenversiedlung und den Aufbau von Grünflächen können wir Bremen und Bremerhaven zu attraktiven Städten umbauen, in denen sich Artenvielfalt findet und Klimaveränderungen abgemildert werden.