Unsere Vision: Jede Schule für alle!

Als Grüne Jugend kämpfen wir dafür, dass jede Schule eine Schule für alle wird. 
Davon sind wir allerdings noch sehr weit entfernt. In diesem Antrag beschreiben 
wir deshalb unsere Vision eines gerechten und inklusiven Schulsystems. Außerdem 
stellen wir konkrete Forderungen für die Schulen von heute, damit Schüler*innen 
besser vor Gewalt und Diskriminierung geschützt werden, soziales Lernen einen 
höheren Stellenwert bekommt und digitale Bildung auf der Höhe unserer Zeit 
Realität wird.

Inklusion muss eine gelebte Selbstverständlichkeit an allen Schulen im Land 
Bremen werden. Kinder und Jugendliche sollen eine wohnortnahe Grundschule und 
später eine weiterführende Schule ihrer Wahl besuchen können. Dabei darf es 
keine Einschränkungen geben – jedes Schulgebäude muss barrierefrei sein und sich 
immer wieder mit Blick auf die Bedarfe der jeweils aktuellen Schüler*innen 
verändern lassen. Vielfältiges, multiprofessionelles Personal muss in der Lage 
sein, auf die Bedarfe der Schüler*innen einzugehen und ihnen so bestmögliches 
Lernen zu ermöglichen, das nicht mehr frontal für alle im Gleichschritt 
stattfindet. Stattdessen sollen die Schüler*innen in einem gemeinsamen Rahmen 
mal individuell und mal in Gruppen in verschiedenen, handlungsorientierten 
Projekten und an persönlichen Fragestellungen und Lernzielen lernen.

Die Arbeit an Schulen muss von gegenseitiger Wertschätzung und einem starken 
Miteinander geprägt sein, in dem Mobbing keinen Platz findet, Diskriminierung 
kritisch besprochen und abgebaut wird und Schulleistungen nicht mehr über den 
Wert von jungen Menschen entscheiden. Schüler*innen haben ein Recht darauf, ohne 
Notenstress bis in die Abschlussstufen zu lernen, weshalb wir entsprechend die 
Abschaffung von Ziffernnoten fordern. Elitäre Abgrenzungen ein zelner Schulen – 
auch durch den Status als »Gymnasium« lehnen wir ab. Alle Gymnasien müssen sich 
schnellstmöglich zu Oberschulen weiterentwickeln. Vielfältige, aber immer 
inklusive pädagogische Konzepte müssen an den Schulen zum Einsatz kommen, sodass 
für jede*n Schüler*in ein optimaler Lernraum besteht. Schulen in freier 
Trägerschaft sollen in staatliche Schulen umgewandelt werden.

So kann vielfältige persönliche, kulturelle und politische Bildung für alle 
verwirklicht werden, was die Grundlage für die gleichberechtigte 
gesellschaftliche und demo- kratische Teilhabe aller jungen Menschen bildet, 
unabhängig von ihrem Geschlecht, Behinderungen, Rassismuserfahrungen und dem 
Geldbeutel ihrer Eltern.

Schulen müssen sichere, soziale Orte werden

Mehr als Wissen – Schule mit soziale Kompetenzen

Schulen und KiTas sind für viele Kinder – insbesondere wenn sie mit Ganztag 
besucht werden – wichtige Orte, um soziale Kompetenzen zu erwerben. In der 
Corona- Pandemie wurden durch unverantwortliche Politik soziale Kontakte von 
Kindern und Jugendlichen massiv beschränkt und manche Kinder haben außerhalb der 
Schule niemanden getroffen. Deshalb muss es umso mehr Bemühungen um 
niedrigschwel- lige und kostenlose, soziale Lernangebote für alle Kinder und 
Jugendlichen geben! Es braucht dringend mehr pädagogische Fachkräfte, wie 
Erzieher*innen und Schulso- zialarbeiter*innen und einen gut rhythmisierten 
Ganztag, in dem soziales Lernen einen zentralen Platz bekommt. Die Ausstattung 
mit Schulpsycholog*innen und Schulsozialarbeiter*innen muss selbstverständlich 
werden. Außerdem muss die so- zialpädagogische Kompetenz von allen pädagogischen 
Fachkräften, sowie Schul- leitungen zu Themen wie Mobbing, Häusliche Gewalt und 
Diskriminierungsabbau durch Fort- und Weiterbildungen verbessert werden. 
Verschiedene Theater-, Tanz-, Erlebnis-, Sport-, Musik- und weitere pädagogische 
Angebote haben darüber hinaus das Potenzial, Schüler*innen nicht nur in ihrer 
Entwicklung zu stärken, sondern auch noch, ihnen vielfältige Lerngelegenheiten 
in verschiedenen sozialen Kontexten zu ermöglichen.

Diskriminierung strukturell abbauen!

Unsere Gesellschaft ist bunt und vielfältig. Trotzdem wird nicht jede*r so 
akzeptiert wie er*sie ist, Diskriminierung findet täglich statt und kann 
psychische Folgen für die Betroffenen haben. In Schulen sollten Kinder und 
Jugendliche eigentlich lernen, wie wichtig eine vielfältige Gesellschaft ist. 
Daher ist es umso schlimmer, wenn Schüler*innen von Lehrkräften diskriminiert 
werden. Diskriminierung durch Lehrkräfte wird häufig klein geredet und nicht 
ernst genommen. Für die Lehrkräfte gibt es häufig keine oder nur geringe 
Konsequenzen, für die Betroffen sind die Konsequenzen allerdings enorm.

Diskriminierung in Schulen muss auf verschiedenen Ebenen bekämpft werden.

Eltern sollen sensibilisiert werden und Hilfestellungen bekommen, um ihre Kinder 
ernst nehmen und stärken zu können.

Lehrkräfte müssen flächendeckend sensibilisiert und fortgebildet werden zum 
Umgang mit Diskriminierung.

Schulleitungen müssen Verantwortung übernehmen, Beschwerden empathisch begegnen 
und sie ernst nehmen. Sie müssen die Bereitschaft aufbringen, schulische 
Strukturen weiterzuentwickeln. So können Schüler*innen schon schulintern viel 
Unterstützung erfahren. Zusätzlich braucht es aber auch externe Beschwerde- und 
Beratungsangebote für betroffene Schüler*innen und Eltern. Externe können 
entsprechend der Notwendigkeiten neutral (Beschwerdestellen) bzw. parteiisch im 
Sinne der Betroffenen (Beratungsstellen) sein. Solche Stellen müssen vielfältig 
besetzt sein und auch selbst betroffene Ansprechpartner*innen für die 
Schüler*innen bieten.

Kinder vor Gewalt schützen

Viele Kinder erleben zu Hause psychische und körperliche Gewalt. Das führt zu 
Traumafolgestörungen, und behindert sie in ihrer Entwicklung und im Lernen in 
der Schule und. Das Recht jedes Kindes, gewaltfrei aufzuwachsen, muss endlich 
Realität werden. Dafür braucht es eine bessere Unterstützung der Schulen durch 
das Jugendamt und eine kontinuierliche Kooperation. Dabei ist insbesondere der 
akute Schutz der Kinder und die Arbeit mit gewalttätigen Eltern enorm wichtig, 
die die Lehrkräfte nicht alleine bewältigen können. Es gibt Unsicherheiten im 
Umgang und viel zu viele Meldungen an das Jugendamt, die ins Leere laufen und 
damit viel zu viele Kinder, die nicht vor dauerhafter Gewalt beschützt sondern 
alleine gelassen werden. Das darf so nicht weitergehen! Meldungen müssen ernst 
genommen werden und Kinder müssen die Unterstützung bekommen, die sie benötigen. 
Lehrkräfte können nicht das vielfache Versagen des Jugendamtes ausgleichen und 
besitzen weder die fachliche Qualifikation, noch die geeigneten Mittel, noch die 
Zeit dazu. Auch Schulsozialarbeiter*innen sind bereits ausgelastet. Wir fordern 
die Unterstützung und den Schutz jedes Kindes. Ein wichtiger Schritt dafür kann 
es sein, eine bei dem Jugendamt angestellte Fachkraft an jeder Schule fest zu 
installieren und das Personal aufzustocken, das mit den Familien 
zusammenarbeitet. Darüber hinaus fordern wir eine Abschaffung der Pflicht, dass 
Meldungen der Lehrkräfte an das Jugendamt über die Schulleitung gehen müssen. 
Außerdem wollen wir eine Verpflichtung zur Meldung von Vorkommnissen ans 
Jugendamt einführen. Zudem möchten wir Fortbildungen explizit für die 
Schulleitung anbieten und die Schulleitung insbesondere im Bezug auf 
protestierende Eltern unterstützen und fachliche Beratungen anbieten. Es braucht 
mehr vielfältige, präventive und mehrsprachige Maßnahmen für Eltern. Aufsuchende 
Programme, niedrigschwellige Angebote und Vorträge bei Elternabenden zu 
häuslicher Gewalt, Schäden die durch häusliche Gewalt entstehen und über 
Strategien zu Vermeidung dieser, sollen wichtige Elemente einer notwendigen 
Gesamtstrategie sein. Häusliche und sexualisierte Gewalt muss an allen Schulen 
regelmäßig und in pädagogisch hochwertigen Programmen altersgerecht behandelt 
werden. Inwiefern Gewaltsituationen Zuhause stattfinden, soll gezielt bei 
Entwicklungsgesprächen zwischen Schüler*innen und Lehrkräften/ 
Schulsozialarbeiter* innen und über Fragebögen bei Eltern und Schüler*innen 
regelmäßig abgefragt werden.

Schulen von heute für morgen – multimedial & 
digital kompetent!

Das Smartphone und andere digitale Medien sind zentraler Teil unseres Lebens 
geworden. Im Lehrplan soll die Digital- und Medienkompetenz aus diesem Grund 
auch einen zentralen Ort einnehmen. Medienkompetenz muss zudem auch sozial 
gedacht werden, damit zukunftsorientiert alle am gesellschaftlichen Leben 
teilhaben. Es muss dazu Realität werden, dass jede*r Schüler*in ein nutzbares 
und nicht komplett gesperrtes digitales Endgerät von der Schule gestellt 
bekommt. Hierzu sollte ab dem fünften Schuljahr die Software-Limitierung 
deutlich gelockert werden, damit die Schüler*innen den Umgang mit den Medien mit 
den Geräten fachgerecht Hand-in-Hand mit den Lehrkräften erlernen.

Nicht alles im Internet ist vertrauenswürdig und transparent. Deswegen müssen 
Differenzieren und ein generelles Achtgeben so früh wie möglich im Schulalltag 
gelernt werden, um ein verantwortungsvollen Umgang im Internet zu beherrschen.

Dynamiken eines Gruppenchats sind auch im Unterricht und Schulleben spürbar. Für 
Lehrkräfte ist es deshalb wichtig zu wissen, wie sie mit Cybermobbing innerhalb 
der Schüler*innenschaft oder gegen sie selbst umgehen und dürfen nicht außen vor 
in der digitalen Kommunikation der Klasse stehen.

Unsere Forderung: Regelmäßige Digital-Schulungen für Lehrkräfte an allen 
Schulformen!

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten den Unterricht digital aufzuwerten und vom 
monotonen Frontalunterricht abzuweichen. Die Nutzung der Lernplattform 
ItsLearning scheitert in Bremen jedoch zu oft an mangelhafter Aufbereitung von 
Arbeitsaufträgen. Auch sollte man digitale Lernplattformen nur dann nutzen, wenn 
sie wirklich sinnvoll sind, und nicht nur, um Aufwand zu mindern. Das bedeutet, 
dass alle Lehrkräfte sich in digitaler Didaktik fortwährend fortbilden, sie 
verstehen und vor allem anwenden müssen. Lehrkräften muss die Angst vor dem 
digitalen Wandel genommen werden.

Zentral fordern wir deshalb umfassende Schulungen der Lehrkräfte zu 
Lernplattformen (insb. ItsLearning), um das Potential von Lernplattformen 
auszuschöpfen!